Pressemitteilung vom 08.07.2016

Volksbühne Kiel ernennt Norbert Aust zum Ehrenmitglied

Für sein außerordentliches Engagement in der Theater- und Bildungsarbeit hat die Volksbühne Kiel e. V. den ehemaligen Leiter des Kinder- und Jugendtheaters im Werftpark mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Der Vorsitzende der Volksbühne Kiel Gerd Müller würdigte Aust in einem Schreiben zu seiner Verabschiedung mit folgenden Worten:

„Die überaus kreative Kinder- und Jugendtheater-Szene ist in Kiel und der gesamten deutschen Kulturlandschaft eng mit Deinem Namen verbunden. Vor über 32 Jahren warst Du ein Pionier. Die Bedeutung eigener Theater für junge Leute hatte damals noch keinen so hohen Stellenwert. Heute sind die Kinder- und Jugendtheater mit ihrem Kultur- und Bildungsauftrag unumstritten anerkannt.

Als Theaterleiter, als Regisseur, als Schauspieler und als allseits beliebter und anerkannter Multiplikator für die Kunst hast Du Dein Theater im Werftpark durch alle Klippen gesteuert und fest für alle Generationen im Herzen Kiels verankert. Was für ein Glück für alle, ob Jung oder Alt!

Ich bin sicher, dass wir noch viel von Dir hören werden. Das gilt jetzt vor allem für Deine neue Aufgabe als Vorsitzender des Vereins Kieler Theatermuseum. Die Volksbühne Kiel e. V. hat dem Theatermuseum eine Geldspende überwiesen.

Der Vorstand der Volksbühne Kiel e. V. hat einstimmig beschlossen, Dich wegen Deiner Verdienste um das Theater und die Jugendbildungsarbeit mit der Ehrenmitgliedschaft der Volksbühne Kiel e. V. auszuzeichnen. Das gilt auch für die Vorbildfunktion, die Du als Kulturschaffender über Jahrzehnte für unsere Stadt „gelebt“ hast. Das wird auch in Zukunft sicher weiter so bleiben.“

Zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft wird es im Herbst 2016 in einer Kulturveranstaltung der Volksbühne Kiel eine gesonderte Würdigung geben.

 

Bangen um Kiels Konzertsaal

Konrad Bockemühl, Chef der Kulturredaktion, beschreibt in den Kieler Nachrichten vom 10.11.2015 den aktuellen Stand. Seinen Artikel dokumentieren wir – leicht gekürzt:

Kieler Schloss InnenansichtDie Sorgen um die Zukunft des Konzertsaals im Kieler Schloss … haben eine neue Dimension erreicht: Zum 30. Juni 2017 hat die Firma Kiel Concerts ihren Pachtvertrag als Betreiber der Veranstaltungsräume (Anmerkung: aus wirtschaftlichen Gründen) gekündigt.…

Die notwendige Sanierung, die auch die hohen Energiekosten reduzieren könnte, sei für den Privatbetreiber ohnehin nicht zu stemmen. Der gesamte Schlosskomplex war vor zwölf Jahren für einen symbolischen Euro an die Geschäftsleute Klaus-Peter Marschall (Kiel) und Erich Neuy/Margrit Howe-Neuy (Wiesbaden) verkauft worden, um den Landeshaushalt von Betriebskosten und Sanierungsstau zu entlasten…

So überrascht … Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und auch Festivalintendant Christian Kuhnt auf den Termin reagierten, kommt für Kiels GMD Georg Fritzsch die Situation dennoch nicht unerwartet. Er versucht seit Jahren eine Zukunftslösung für den sanierungsbedürftigen Konzertsaal zu finden…

Nach Expertenrunden mit Vertretern aus der Konzertbranche, aber auch des Landes sowie privaten Investoren sollte ein Gutachten die Kosten für unumgängliche Sanierungsmaßnahmen auflisten. Sie dürften über zehn Millionen Euro liegen. Im Juni, 50 Jahre nach Eröffnung des Konzertsaales, wurde das Gutachten für November avisiert – jedoch ist es offenbar bis dato noch nicht beauftragt.

OB Kämpfer … bekräftigte …, „es wäre eine mittlere Katastrophe, wenn SHMF oder Theater Kiel ab Sommer 2017 ohne zentrale Spielstätte dastünden“. Die Rolle der Stadt bei der Entwicklung eines weiterführenden Betreibermodells sei derzeit völlig offen, „aber an meinem konstruktiven Willen ist nicht zu zweifeln“. In diesem Sinne zeigte sich SHMF-Intendant Christian Kuhnt, dem angesichts der Probleme um die Akustikdecke im Konzertsaal der Lübecker MuK bereits 2016 eine gewaltige Baustelle droht, zwar „erschüttert über die neue Entwicklung“ in Kiel. Zugleich gab er sich aber auch zuversichtlich, „dass die Stadt ihre Rolle erkennt und gemeinsam mit dem Land schnell Klarheit schafft: Jetzt kann man das Problem nicht mehr vor sich herschieben“.

Ziel dürfte ein zweistufiges Modell sein, das zunächst den Weiterbetrieb, danach auch die notwendige Sanierung sicherstellt. Sicher mit öffentlichen Mitteln, gern mit möglichst vielen Partnern, etwa in einer Stiftung oder einer förderfähigen, gemeinnützigen GmbH.

 

Pressemitteilung der Volksbühne Kiel e. V. vom 13.11.2015

Volksbühne Kiel: Konzertsaal retten!

Die Zukunft des einzigen Kieler Konzertsaals im Kieler Schloss ist seit Jahren gefährdet. Die seinerzeitige Privatisierung war ein Fehler von Land und Stadt. Obwohl die Volksbühne Kiel seit Jahren darauf hinweist, haben die Zuständigen unverantwortlicherweise die Augen verschlossen. Jetzt ist das Desaster da. Handlungsbedarf ist dringend notwendig. Die Volksbühne Kiel als größte Theater- und Konzertbesucherorganisation fordert von den Verantwortlichen unverzüglich kraftvolle Anstrengungen zur Lösung der Probleme. Eine Landeshauptstadt ohne einen leistungsfähigen und zukunftsorientierten Spielort für das Musikwesen ist – so der Vorsitzende der Volksbühne Kiel e. V. Gerd Müller – unvorstellbar. Alle Beteiligten unter der Federführung der Stadt müssen mit Bürgersinn und machbaren Zukunftskonzepten nach Ergebnissen suchen. Dabei sind die privaten Eigentümer partnerschaftlich einzubinden.


Pressemitteilung vom 30.01.2015

Volksbühne setzt auf Wachstumskurs

Die Volksbühne Kiel e. V. als größte gemeinnützige Theaterbesuchervereinigung ist inhaltlich, personell und wirtschaftlich gut aufgestellt. Die Mitgliederzahlen steigen. Der Kartenverkauf geht aufwärts. Eigenveranstaltungen, wie beispielsweise „Musik der Kulturen“ im Opernhaus und die Literaturabende sind erfolgreich. Das stellte der 1. Vorsitzende Gerd Müller (66) fest, der auf der jüngsten Jahreshauptversammlung einstimmig wiedergewählt wurde.

In den nächsten Jahren soll die kontinuierliche Weiterentwicklung der Service-Angebote vorangetrieben werden. Neben den Einzelmitgliedern setzt die Volksbühne Kiel dabei verstärkt auf Betriebs-, Vereins- und Seniorengruppen. In diesem Zusam-menhang werden neue Veranstaltungsformen, wie beispielsweise der „Theater-Klub“ erprobt.

Durchschnittlich zwanzigmal pro Spielzeit fahren Theaterbusse in ausgewählte Insze-nierungen nach Hamburg, Rendsburg, Flensburg und Lübeck. Als neuer Veranstal-tungsort in Hamburg hat sich das „Theaterschiff“ etabliert.

Als weiteres Mitglied für den Vorstand wurde der Journalist Kristof Warda (33) gewählt, der auch als verantwortlicher Redakteur der Kulturzeitschrift „Schleswig-Holstein“ mit der Volksbühne Kiel kooperiert.

Die nächsten großen Eigenveranstaltungen der Volksbühne Kiel in Zusammenarbeit mit dem Theater Kiel sind die Schauspiel- und Ballettrevue „Theaterzauber“ am Freitag, 8. Mai 2015, 20 Uhr, im Schauspielhaus und die große Volksbühnengala, die am Sonntag, 6. September 2015, 18 Uhr, in diesem Jahr wegen Umbauten im Opernhaus im Konzertsaal des Kieler Schlosses stattfindet.

Große Sorgen macht sich die Volksbühne Kiel um den Theaterstandort Schleswig und die Zukunft des Landestheaters Schleswig-Holstein. Auch der Konzertsaal im Kieler Schloss ist aus Sicht der Volksbühne Kiel dringend sanierungsbedürftig. In beiden Fällen ist neben den Kommunen das Land gefordert.

 

 

Veröffentlicht in den Kieler Nachrichten vom 27.05.2014

Die Kieler Volksbühne präsentierte sich jung und frisch

Das hat uns sehr gefreut: Mit der Überschrift „Die Kieler Volksbühne präsentierte sich jung und frisch“ berichtete Anna Struck im Feuilleton der Kieler Nachrichten am 27.05.2014 wie folgt:

„Für gewöhnlich wird an Geburtstagen der Jubilar beschenkt. Anders hielt es die Kieler Volksbühne und beglückte anlässlich ihres 120. Geburtstages die Zuschauer im ausverkauften Schauspielhaus unter dem Motto „Theaterzauber“ mit Delikatessen ….

Durch den Abend führte der in Kiel durch den Erfolgshit „Sekretärinnen“ bekannte Musical-Star Enrico de Pieri, der auch Kostproben seines Könnens gab (hinreißend: Scott Alans „Kiss The Air“). Als tanzendes und singendes Multitalent erwies sich Sonia Dvorak: in Auszügen aus Tschaikowskys „Schwanensee“ … als sinnlich-verruchte Marilyn Monroe aus „Der Fall M. M.“ und mit einer ergreifenden Version von Leonard Cohens „Hallelujah“…. Publikumsliebling Yaroslav Ivanenko bewies im ausdrucksstarken Pas de deux „Invisible Grace“ mit seiner fantastischen Ehefrau Heather Jurgensen, dass der ein hervorragender Tänzer ist. Auch das Schauspielensemble begeisterte: etwa mit einem herrlich missglückten Heiratsantrag von Anton Tschechow (Marius Borghoff, Claudia Friebel) und köstlichen Erzengel-Eskapaden (Rudi Hindenburg und Oliver E. Schönfeld) aus „Die Bibel von Biff“ von Christopher Moore.

So bewahrheitete sich, was der Volksbühnen-Vorsitzende Gerd Müller in seinem Grußwort treffend festgestellt hatte: Auch mit 120 Jahren ist die Volksbühne noch jung und frisch und die nächsten Jahrzehnte können kommen.“

 

 

Pressemitteilung vom 17.12.2013

Volksbühne: Schleswig gefährdet Existenz des Landestheaters

 

Unverständnis und Empörung hat die Entscheidung der CDU-Fraktion in der Schleswiger Ratsversammlung, den Theaterneubau am Hesterberg auf Eis zu legen, bei der Volksbühne Kiel e. V. hervorgerufen. Der Vorsitzende der größten landesweit tätigen Theaterbesucherorganisation sagte dazu: „Es ist kulturell unverantwortlich, die von Land, Kommunen, Landkreisen und dem Landestheater einvernehmlich vereinbarte Lösung zur Erhaltung der Theaterlandschaft im nördlichen Schleswig-Holstein und an der Westküste zu torpedieren.“

Die Volksbühne verlangt von allen Beteiligten kurzfristig tragbare Vorschläge vorzule-gen, um zu verhindern, dass das Landestheater spätestens 2016 in die Insolvenz gehe. Generalintendant Peter Grisebach habe schlüssig nachgewiesen, dass ohne den Theaterstandort Schleswig das gesamte Theater, einschließlich seiner Spielstätten in Rendsburg und Flensburg, in wirtschaftliche Turbulenzen geraten werde.

Die Volksbühne sieht jetzt die Landesregierung in der Verantwortung, die Zukunft des Landestheaters zu sichern, ohne die Theaterstandorte Kiel und Lübeck zu beeinträchtigen. Ein Aus für das Landestheater bedeutet auch den Verlust der Theaterbusfahrten der Volksbühne und anderer Veranstalter in die Spielorte Rendsburg, Flensburg und Schleswig. Inwieweit die nicht nachvollziehbare Entscheidung der Ratsversammlung in Schleswig auch negative Auswirkungen auf das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum in Molfsee habe, sei noch nicht abzusehen.

 

Pressemitteilung vom 28.11.2013

Gestärkt ins Jubiläumsjahr

 

Mit einem deutlichen Zuwachs auf über 3.000 Mitglieder (einschließlich Gruppen) geht die Volksbühne Kiel e. V. in das neue Jahr. Es steht im Zeichen des 120-jährigen Jubiläums der gemeinnützigen Theaterbesuchergemeinschaft. Das teilte der Vorsitzende Gerd Müller auf der Mitgliederversammlung mit.

Zugelegt hat die Volksbühne nicht nur bei den Einzelmitgliedern, sondern auch bei den Betriebsgruppen und Vereinen sowie bei den Senioren-Abos. Neu hinzugekommen ist ein Arbeitslosen-Abo, das gemeinsam mit der Sozialkirche Gaarden angeboten wird.

Großen Zuspruch finden die Theaterbusfahrten nach Hamburg, Lübeck, Rendsburg und Flensburg. Als neuer Spielort ist in Hamburg das auch in Kiel bekannte Theaterschiff hinzugekommen. Über die Berliner Volksbühne haben die Kieler Mitglieder darüber hinaus Zugang zu den Theatern in der Hauptstadt. Das gilt auch für die Theater in Hamburg.

Auf der Mitgliederversammlung im Opernhaus wurde Gert Haack als Nachfolger des ausgeschiedenen Werner Istel als Beisitzer gewählt. Sprecher des Kuratoriums ist jetzt Manfred Gaspar. Als Revisoren wurden Benno Stahn und Helga Fuhrmann bestätigt.

 

Karasek und Fritzsch verlängern vorzeitig ihre Verträge

Verträge unter Dach und Fach: GMD Georg Fritzsch, Generalintendant Daniel Karasek und Kulturdezernent Wolfgang Röttgers (von links). Foto: Olaf Struck

 

Die Zustimmung war uneingeschränkt: Generalintendant Daniel Karasek und Generalmusikdirektor Georg Fritzsch verlängern ihre Verträge im Leitungsteam des Kieler Theaters um fünf, beziehungsweise vier Jahre. Der Hauptausschuss der Stadt Kiel und der Verwaltungsrat des Theaters stimmten der vorzeitigen Vertragsverlängerung davor einstimmig zu. „Ich bin froh, dass das, was hier erfolgreich läuft, nun fortgesetzt werden kann“ erklärte Kulturdezernent Wolfgang Röttgers, der die Verhandlungen führte.

Für den Erfolg sind Karasek und Fritzsch sowie ihr neuer Kaufmännischer Direktor Jörn Sturm, der bereits vor einigen Monaten seinen Dienst aufgenommen hatte, Garanten. Karasek und Fritzsch haben das Theater wieder zum Mittelpunkt des Kieler Kulturgeschehens gemacht. Das wirkt in alle Bereiche und ist kreativ für Kiel und die Region. Mit einem vielseitigen Spielplan, anspruchsvollen Inszenierungen und der Bereitschaft, Neues auszuprobieren, ist das Theater fest im Publikum verankert. Die Zuschauerzahlen steigen kontinuierlich und die Zustimmung ist so gut wie uneingeschränkt.

Mit der Sommeroper auf dem Rathausplatz haben Karasek und Fritzsch einen großen Coup gestartet. Die Zusammenarbeit mit dem bedeutenden spanischen Komponisten Christobál Halffter, dessen neue Oper „Schachnovelle“ gerade in Kiel uraufgeführt wurde, oder das Schauspielexperiment mit der freien Berliner Theatergruppe RADAR.Institut sind nur einige Beispiele.

Das Kinder- und Jugendtheater im Werftpark gehört seit Jahrzehnten zu den renommiertesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Das Ballett hat neuen Glanz erhalten. Die Kieler Philharmoniker sind präsent wie nie im Opernhaus und dem Konzertsaal und tanzen darüber hinaus „auf vielen anderen Hochzeiten“.

Die Landeshauptstadt Kiel hat gerade in den schwierigen letzten Jahren, in denen viele Städte ihre Theater- und Kulturausgaben drastisch gekürzt haben, seinen notwendigen finanziellen Anteil geleistet und zusätzlich immer wieder etwas draufgelegt. Auch die Probebühne in der „Neuen Salzhalle“ auf dem Seefischmarkt gehört dazu.

All dies wurde auch auf der Jahrestagung des Deutschen Bühnenvereins, der in diesem Jahr am 24. und 25. Mai 2013 in Kiel stattfand, gewürdigt. Karasek selbst, der einst als Schauspielintendant nach Kiel kam, hat inzwischen viel Freude am Kieler Fünf-Sparten-Haus gefunden: „Theater wie Kiel sind ja Naturschutzgebiete. Ich finde es toll, dass wir hier alle Stile und Kunstformen pflegen können. Ein Ein-Sparten-Haus wäre mir mittlerweile einfach zu langweilig.“

Die Volksbühne ist zufrieden. Sie dankt Karasek, Fritzsch, dem gesamten Leitungsteam und den Beschäftigten am Theater für die freundschaftliche Zusammenarbeit und wünscht sich, dass dies so weiter fortgesetzt werden kann.

 

Volksbühne: Verträge mit Karasek und Fritzsch verlängern!

Pressemitteilung vom 30.11.2012

Generalintendant Daniel Karasek und Generalmusikdirektor Georg Fritzsch haben das uneingeschränkte künstlerische und menschliche Vertrauen der Volksbühne. Die größte Theater- und Konzertbesucherorganisation in Kiel und Schleswig-Holstein setzt sich mit Nachdruck für die Verlängerung der Verträge der erfolgreichen und nicht nur bei den Zuschauerinnen und Zuschauern beliebten Theater- und Musikmacher ein. Die Volksbühne begrüßt deshalb auch das einstimmige Votum des städtischen Kulturausschusses und des Kulturdezernenten, die Zusammenarbeit mit Karasek und Fritzsch fortsetzen zu wollen. Beide sind nach den Worten des Vorsitzenden der Volksbühne Kiel e. V., Gerd Müller, Garanten für eine lebendige und mitreißende Theater- und Kulturarbeit in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.

 

Kieler Nachrichten: Ausgabe vom 15.02.2012, Kultur - Seite 16

Nicht sinnvoll und widerlegbar

 

 

Lübecker Vorschläge unausgegoren

Pressemitteilung vom 10.02.2012

Statt gemeinsam an einer seriösen und an den kulturellen Interessen der Theaterbesucher orientierten Zukunftsplanung zu arbeiten, verlässt der Lübecker Theaterdirektor Christian Schwandt erneut mit unausgegorenen und egoistischen Überlegungen den Solidaritätspakt der Theater in Schleswig-Holstein.

Schwandt fällt aus der Rolle und benimmt sich nicht wie ein kulturell verantwortungsbewusst handelnder Theaterleiter, sondern wie ein Sparkommissar zulasten der Kultur. Wer sein öffentlich subventioniertes Theater nur mit dem Blick auf die Auslastungsquote, mit einer drastischen Reduzierung von Vorstellungen, der weiteren Erhöhung der Eintrittspreise und mit sozial unverträglichen Einsparungen zulasten der ohnehin jämmerlich schlecht bezahlten Mitarbeiter sanieren will, wird seinem kulturellen Auftrag nicht gerecht.

Mit diesen Worten reagierte Gerd Müller, Vorsitzender der Volksbühne Kiel und der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Volksbühnen auf die Äußerungen des Lübecker Theatermannes (siehe KN vom 08. und 10. Februar 2012). Müller forderte insbesondere das Land auf, diesem Alleingang ein Ende zu setzen und Herrn Schwandt in die gemeinsame Verantwortung aller schleswig-holsteinischen Theater einzubinden.

Schleswig-Holstein hat – so der Vorsitzende der größten Theaterbesucherorganisation im Lande – eine kulturell und flächenmäßig ausgewogen gegliederte Theaterlandschaft. Dabei stehe Kiel derzeit dank der Unterstützung der Stadt gut dar; dringende Hilfe benötige vor allem das Landestheater Schleswig-Holstein, das für den Norden und die Westküste des Landes unverzichtbar ist.

Die einzelnen Vorschläge von Herrn Schwandt sind – so Müller – unausgegoren, Punkt für Punkt widerlegbar, nicht sinnvoll und kostenmäßig nicht darstellbar. Die Theaterdiskussion in den Städten und im Land darf nicht allein nach finanzpolitischen Gesichtspunkten, sondern vor allem nach kultur- und bildungspolitischen Gesichtspunkten geführt werden.

Volksbühne unterstützt die Allianz für Kunst und Kultur

Veröffentlicht in den Kieler Nachrichten vom 28.01.2012

Die Volksbühne Kiel und die Landesarbeitsgemeinschaft der Volksbühnen schließen sich der Allianz für Kunst und Kultur an. „Kunst und Kultur geraten in Gefahr, wegen der drastisch eingeschränkten finanziellen Handlungsspielräume des Landes und der Kommunen auszubluten. Viele kulturelle Einrichtungen und Organisationen sind in ihrer Existenz gefährdet“ heißt es in einer Erklärung. Begrüßt wird die Entscheidung der Stadt Schleswig, ihr wegen Einsturzgefahr gesperrtes Theater zu erhalten. Auch für die dringend erforderliche Sanierung des Kieler Konzertsaals gebe es noch keine Lösung. Wer neue teure Infrastrukturmaßnahmen in Kiel favorisiert, müsse zunächst die bestehenden Einrichtungen in Ordnung bringen. Ein funktionierender und heutigen Ansprüchen gerecht werdender Konzertsaal sei für eine Landeshauptstadt unverzichtbar.

 

Volksbühnen: Kultur ist Zukunftsförderung

Pressemitteilung vom 08.03.2011

„Kultur ist nicht Nebensache, sondern Hauptsache in einer Gesellschaft, die Bildung will. Das ist ein Lernprozess, der sich in Schleswig-Holstein nur mühsam durchsetzen will.“ Das sagte der wiedergewählte Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Volksbühnen Gerd Müller auf der Mitgliederversammlung der Volksbühne in Kiel.

Müller empfahl einen Blick über die Landesgrenzen. Hamburg stellt die Kulturpolitik zukünftig in den Mittelpunkt und sichert der Kultur, dem Schauspielhaus Hamburg, den Museen und den freien Künstlern und der Off-Kultur deutliche finanzielle Erhöhungen zu. In Skandinavien sorgen die Metropolen mit neuen Opernhäusern europaweit für Furore und fördern dabei nicht nur Kultur, sondern kurbeln auch ihre Wirtschaft kräftig an.

In einer einstimmigen Resolution forderten die Volksbühnen Land und Städte auf, eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung der Theater in Kiel, Lübeck und des Landestheaters mit seinen festen Spielorten in Flensburg, Schleswig und Rendsburg sicher zu stellen.

Nicht hinnehmbar finden die Delegierten die Situation am Landestheater, das eine hervorragende künstlerische Arbeit leistet, viel Zuspruch im Norden und im Westen des Landes hat und trotzdem mit einem Aus im Jahre 2013 rechnen muss. Das Land und die als Gesellschafter tätigen Städte müssen den Erhalt des Landestheaters in seiner bisherigen Form garantieren.

Für Kiel sehen die Volksbühnen eine deutliche Beeinträchtigung des Konzertlebens, wenn nicht bald die Schaffung eines zukunftsgerechten Konzertsaals realisiert wird. Es sei für eine Landeshauptstadt unangemessen, wenn immer mehr internationale Orchester und Solisten überlegen, einen Bogen um Kiel zu machen. Auch das Schleswig-Holstein Musik Festival hat mehrfach deutliche Worte zum desolaten Zustand des Kieler Konzertsaals gefunden.

Auf der Mitgliederversammlung wurden der Journalist Gerd Müller (Kiel) als Vorsitzender, der Bankkaufmann Dieter Jensen (Flensburg) als Stellvertreter und die Übersetzerin Edeltraud Strauß (Lübeck) als Schriftführerin wiedergewählt.

 

Volksbühne für die Zukunft gerüstet

Veröffentlicht in den Kieler Nachrichten/theaterZEIT vom 22.11.2011

Steigende Mitgliederzahlen und wachsende Kartenverkäufe kennzeichnen nach den Worten des Vorsitzenden Gerd Müller die positive Entwicklung der Volksbühne Kiel·e.·V. Um den Anforderungen gerecht zu werden, ist aufwändig in das EDV- und Ticketsystem investiert worden. Auf der Mitgliederversammlung im Opernhaus ist der Vorstand einstimmig wiedergewählt worden: Stellvertretende Vorsitzende bleibt Gundel Orth, Beisitzer sind weiterhin Susanne Cellmer, Brigitte Hollmann, Guido Bauer und Werner Istel. Mit herzlichen Worten ist Uschi Schollenberg, die nach 32 Jahren Arbeit für die Volksbühne zum Jahresende wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand geht, gewürdigt worden. Wer sich persönlich von ihr verabschieden möchte, kann dies an ihrem letzten Arbeitstag am 16.12.2011 ab 11 Uhr in der Geschäftsstelle tun.

 

Allianz für Kunst und Kultur

Aufruf der Kulturverbände in Schleswig-Holstein

Der Landeskulturverband Schleswig-Holstein, das Kulturforum Schleswig-Holstein und die kulturpolitische Gesellschaft in Schleswig-Holstein haben gemeinsam mit ihren Mitgliedsverbänden eine „Allianz für Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein“ ins Leben gerufen. Insbesondere sollen die Bausteine die Diskussion im Landtagswahlkampf im Frühjahr 2012 und bei den Oberbürgermeisterwahlen in Kiel im Herbst 2012 beeinflussen. Die Landesarbeitsgemeinschaft der schleswig-holsteinischen Volksbühnen, die auch Mitglied im Landeskulturverband ist, ist dieser Allianz mit zahlreichen weiteren Institutionen, Künstlern, Kulturschaffenden und Kulturinteressenten beigetreten. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut:

Mit Sorge sehen wir, dass Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein wegen der drastisch eingeschränkten finanziellen Handlungsspielräume des Landes und der Kommunen in Gefahr geraten auszubluten. Viele kulturelle Einrichtungen und Organisationen sind in ihrer Existenz gefährdet bzw. können ihre Aufgaben inzwischen nicht mehr so qualitativ hochwertig und innovativ wie bisher erfüllen.

Schleswig-Holstein bildet bei der Kulturfinanzierung bereits heute das Schlusslicht in Deutschland; ohne die Mittel des kommunalen Finanzausgleichs sind es nur etwa 0,3% des Gesamthaushalts. Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein verkraften deshalb keine weiteren Kürzungen.

Der Landeskulturverband, das Kulturforum Schleswig-Holstein und die Kulturpolitische Gesellschaft fordern die politischen Mandatsträger im Land und in den Kommunen deshalb auf, sich an folgenden Grundsätzen zu orientieren:

  1. Kunst und Kultur sind entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung und Bildung des Einzelnen, für eine demokratische und friedliche Zukunft unserer Gesellschaft, für die Lebensqualität und die Wirtschaft in Schleswig-Holstein.
  1. "Kulturhoheit" ist der Kern der Eigenstaatlichkeit der Länder. Kunst und Kultur gehören deshalb zu ihren Kernaufgaben. Das gilt auch für Schleswig-Holstein.
  1. Kunst und Kultur bedürfen einer verlässlichen und verstetigten Mindestfinanzierung, die die Städte und Gemeinden, die Kreise und das Land als Gemeinschaftsaufgabe wahrnehmen müssen. Das Land Schleswig-Holstein stellt dabei mindestens einen Förderbetrag bereit, der sich am Mittel der Förderung von Kunst und Kultur pro Einwohner aller anderen Bundesländer orientiert. In den kommenden Jahren sind wenigstens die Tarifsteigerungen und die Steigerung der Lebenshaltungskosten aufzufangen.
  1. Land und Kommunen sichern Künstlerinnen und Künstlern Freiräume für kreatives Arbeiten. Sie stellen die notwendige kulturelle Infrastruktur bereit und tragen dazu bei, dass allen Bevölkerungsgruppen der Zugang zu Kunst und Kultur ermöglicht wird.
  1. Die Kommunen sind die wichtigsten Träger und Förderer von Kunst und Kultur. Das Land wird ihnen deshalb Anreize bieten, diese Aufgaben mit mittel- und langfristigen Perspektiven zu erfüllen. Ausgaben für Kunst und Kultur werden durch Haushaltssicherungskonzepte nicht eingeschränkt.
  1. Land und Kommunen stellen zur Planungssicherheit von Kunst und Kultur Kulturentwicklungspläne auf und aktualisieren sie. Dazu müssen kommunale und Landeskulturpolitik frühzeitig und ernsthaft den Dialog mit den Betroffenen und Beteiligten suchen. Ohne ihre intensive Partizipation ist keine breite gesellschaftliche Zustimmung für kulturpolitische Entscheidungen zu finden.

Um Innovation zu sichern und Raum für Neues zu schaffen, muss allerdings auch die bestehende Kunst- und Kulturlandschaft immer wieder kritisch hinterfragt, müssen kulturelle Einrichtungen und Förderungen überprüft, verbessert und inhaltlich weiter entwickelt werden.

Kulturpolitische Handlungsspielräume für neue Ideen und Aktivitäten können nur gewonnen werden, wenn Bestehendes, tradierte Normen und Standards diskutiert und ggf. zur Disposition gestellt werden.

Der Landeskulturverband, das Kulturforum Schleswig-Holstein und die Kulturpolitische Gesellschaft laden alle kulturell Aktiven und Engagierten ein, an der Allianz für Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein mitzuwirken.

 

Gerd Müller als Vorsitzender bestätigt

Pressemitteilung vom 27.11.2011

Gerd Müller ist auf der Mitgliederversammlung der Volksbühne Kiel e. V. als Vorsitzender für vier Jahre einstimmig wiedergewählt worden. Der 63-jährige Journalist steht seit 1994 an der Spitze der Besucherorganisation mit inzwischen weit über 2.600 Mitgliedern.

Müller zeigte sich überzeugt, dass die traditionsreiche, über 115 Jahre alte Volksbühne Kiel ihren Erneuerungsprozess gemeistert hat und als moderne Serviceeinrichtung ihren Mitgliedern den Weg in die Theater- und Konzertsäle inhaltlich und organisatorisch öffnet. Dafür sprechen, so Müller, der deutliche Anstieg der Kartenverkäufe und Abos für alle Kieler Theater. Darüber hinaus besucht die Kieler Volksbühne mit dem Theaterbus auch die Häuser in Lübeck, Hamburg sowie Flensburg, Rendsburg und Schleswig.

Gerd Müller ist vor kurzem auch als Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Volksbühnen bestätigt worden und ist auf Bundesebene in der Arbeitsgemeinschaft deutscher Volksbühnenvereine mit 64 selbstständigen Volksbühnen in allen wichtigen Theaterstädten Sprecher für den Bereich Kulturpolitik, Kommunikation und Marketing.

 

Volksbühnen: Kultur ist Zukunftsförderung

Pressemitteilung vom März 2011

„Kultur ist nicht Nebensache, sondern Hauptsache in einer Gesellschaft, die Bildung will. Das ist ein Lernprozess, der sich in Schleswig-Holstein nur mühsam durchsetzen will.“ Das sagte der wiedergewählte Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Volksbühnen Gerd Müller auf der Mitgliederversammlung der Volksbühne in Kiel.

Müller empfahl einen Blick über die Landesgrenzen. Hamburg stellt die Kulturpolitik zukünftig in den Mittelpunkt und sichert der Kultur, dem Schauspielhaus Hamburg, den Museen und den freien Künstlern und der Off-Kultur deutliche finanzielle Erhöhungen zu. In Skandinavien sorgen die Metropolen mit neuen Opernhäusern europaweit für Furore und fördern dabei nicht nur Kultur, sondern kurbeln auch ihre Wirtschaft kräftig an.

In einer einstimmigen Resolution forderten die Volksbühnen Land und Städte auf, eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung der Theater in Kiel, Lübeck und des Landestheaters mit seinen festen Spielorten in Flensburg, Schleswig und Rendsburg sicher zu stellen.

Nicht hinnehmbar finden die Delegierten die Situation am Landestheater, das eine hervorragende künstlerische Arbeit leistet, viel Zuspruch im Norden und im Westen des Landes hat und trotzdem mit einem Aus im Jahre 2013 rechnen muss. Das Land und die als Gesellschafter tätigen Städte müssen den Erhalt des Landestheaters in seiner bisherigen Form garantieren.

Für Kiel sehen die Volksbühnen eine deutliche Beeinträchtigung des Konzertlebens, wenn nicht bald die Schaffung eines zukunftsgerechten Konzertsaals realisiert wird. Es sei für eine Landeshauptstadt unangemessen, wenn immer mehr internationale Orchester und Solisten überlegen, einen Bogen um Kiel zu machen. Auch das Schleswig-Holstein Musik Festival hat mehrfach deutliche Worte zum desolaten Zustand des Kieler Konzertsaals gefunden.

Auf der Mitgliederversammlung wurden der Journalist Gerd Müller (Kiel) als Vorsitzender, der Bankkaufmann Dieter Jensen (Flensburg) als Stellvertreter und die Übersetzerin Edeltraud Strauß (Lübeck) als Schriftführerin wiedergewählt.

 

Theater Kiel hält die Stellung

Veröffentlicht im Magazin inkultur Juni 2010

Lange hat die Landespolitik die Öffentlichkeit auf die Folter gespannt. Jetzt hat Ministerpräsident Peter Harry Carstensen die 45-seitige Streichliste der Grausamkeiten auf den Tisch gelegt. Wagenburg-Mentalität ist angesagt. Kein Minister und kein Parlamentarier der CDU/FDP-Mehrheit darf aus der Reihe tanzen.

Einen großen Verlierer gibt es bereits: Kultur- und Bildungsminister Ekkehard Klug muss stark bluten. Im Kulturbereich beschädigt ausgerechnet eine konservative Regierung die Einrichtungen, die bisher als Leuchttürme das Image des Landes international prägen. Die renommierte JazzBaltica wird ganz gestrichen. Der Zuschuss des Schleswig-Holstein Musik Festivals sinkt bis 2012 von 1,7 auf 1,2 Millionen Euro.

Zuvor hatte das Land die vom Festival erwirtschafteten Rücklagen in Millionenhöhe bereits zur Sanierung des Landeshaushalts einkassiert. Und das Landeskulturzentrum Schloss Salzau, unter anderem Sitz der Festival-Akademie, wird zum Verkauf freigegeben. Das Festival wird wohl auch in Zukunft weiter existieren können, aber die aufwändigen Musikfeste auf dem Lande oder die Förderung des internationalen Musiker-Nachwuchses sind gefährdet. Ob Schleswig-Holstein sich damit einen Dienst erweist?

Das Tor zur Metropole Hamburg steht schon jetzt weit auf. Immer mehr Konzerte finden bereits an der Elbe statt. Gedankenspiele, den Sitz des Festivals ganz nach Hamburg zu verlegen, finden durchaus prominente Befürworter.

Das Überraschende: Die drei öffentlichen Theater des Landes in Kiel, Lübeck und das Landestheater mit Spielorten in Flensburg, Schleswig, Rendsburg und in Theatern an der Westküste werden im Sparkonzept nicht erwähnt. Die ohnehin enge Finanzausstattung wird durch die Kabinettsbeschlüsse (zunächst) nicht angetastet. Doch Entwarnung kann es nicht geben.

Die Zuschüsse des Landes für die Theater sind bis 2012 ohnehin eingefroren. Was dann kommt, weiß niemand. Bei 80 Prozent (steigenden) Personalkosten werden die Spielräume immer enger, zumal die Kommunen ihre Anteile an den Theaterkosten weiter zur Disposition stellen könnten.

Beim Landestheater unter seinem neuen Intendanten Peter Grisebach gelang gerade noch einmal die Rettung vor dem Aus, nicht zuletzt, weil die Beschäftigten sich seit Jahren durch Gehaltsverzicht am Sparen beteiligen.

In ihrer Not haben sich Anfang des Jahres die drei großen Theater auf einer parlamentarischen Konferenz gemeinsames Handeln und Solidarität versprochen. Denn die vom Land eingesetzte Theaterkommission wird keine Wunder vollbringen und den finanziellen Rahmen aufstocken und gleichzeitig die Struktur optimieren.

Dabei ist die Struktur für ein Flächenland, das die Kultur ernst nimmt, eigentlich ideal. Lübeck bespielt die zweitgrößte Stadt, den Osten und den Süden des Landes, Kiel die Mitte und das Landestheater mit seinen vielen Spielorten den Norden und die Westküste.

Die gemeinsam beschworene Solidarität dauerte nicht lange: Ausgerechnet Lübeck, das bereits vor Jahren sein Ballett dichtgemacht hat, spielt sich zum Musterknaben auf, um (nicht ohne Eigennutz) Veränderungswillen zu demonstrieren. Das bedeutet für das Publikum Verzicht. Nur noch donnerstags bis sonntags wird in Lübeck gespielt. Montag bis Mittwoch bleiben die Theatertüren zu.

Allein Kiel hält sich mit seinem Intendanten Daniel Karasek wacker. Das Ansehen der Theaterleitung ist hoch, die künstlerische Arbeit insgesamt ansehnlich, mit manchen echten Highlights und einem großen Zuspruch beim Publikum.

Die Stadt Kiel bleibt ihrem Theater bisher treu und lässt die Künstler arbeiten. Die erste Nagelprobe hat Karasek bestanden. Als Ballettchef Mario Schröder und sein Team nach Leipzig engagiert wurden, widerstand Karasek der Zumutung, die Ballettsparte aus Kostengründen gegebenenfalls zur Disposition zu stellen. Er verpflichtete mit Yaroslav Ivanenko und Heather Jurgensen vom Hamburg Ballett ein hochkarätiges Leitungsteam. (GM)