Mit der "Alten Tante" hat es begonnen ...

Volksbühne im Wandel der Zeiten



Die Volksbühne Kiel gehört zu den ältesten Vereinen in Kiel und hat sich als Sprachrohr der Theaterbesucher zu einer kulturellen Institution entwickelt: Sie wurde 1894 in der boomenden kaiserlichen Werft- und Marinestadt ins Leben gerufen. Es war eine kleine Kulturrevolution von unten: Die Arbeitnehmerschaft, damals der "Vierte Stand", eroberte sich den Weg in die Theater.

Begonnen hat alles in Berlin. Dort taten sich 1890 unter dem Motto "Die Kunst dem Volke" zum ersten Mal Arbeiter und Intellektuelle zusammen. Das Bismarcksche Sozialistengesetz "gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" verbot ihnen die öffentliche Betätigung. Deshalb entstanden private Lese- und Debattierclubs mit harmlosen Namen. Einer davon war die "Alte Tante" in Berlin, die sich mit sozialkritischer Literatur auseinander setzte.

Die künstlerische Bewegung des Naturalismus wandte sich "gegen Unwahrhaftigkeit, Schönfärberei und Lebensferne". Die Protagonisten waren Gerhart Hauptmann, Max Halbe oder Henrik Ibsen. Gefördert wurde ihre Dichtung durch die 1889 von Künstlern, Journalisten und Kritikern geschaffene "Freie Bühne". Deren Theaterabende fanden, um die Zensur zu umgehen, als geschlossene Veranstaltungen statt. Was sich da im Verborgenen entwickelte, fand bald das Interesse der Debattierclubs. Die "Alte Tante" verbündete sich mit der "Freien Bühne".

In dem am 23. März 1890 von Dr. Bruno Wille in Berlin veröffentlichten "Aufruf zur Gründung einer Freien Volksbühne" heißt es: "Das Theater soll eine Quelle hohen Kunstgenusses, sittlicher Erhebung und kräftiger Anregung zum Nachdenken über die großen Zeitfragen sein."

An der Gründungsversammlung am 29. Juli 1890 nahmen 2.000 Menschen teil. Wille, an diesem Tag zum 1. Vorsitzenden gewählt, formulierte die programmatischen Ziele: "Die Kunst soll dem Volke gehören, nicht aber Privilegium eines Teils der Bevölkerung, einer Gesellschaftsklasse sein." Der Volksbühnengedanke war geboren. Aber auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden von Anfang an geregelt.

Die Preise waren niedrig. Alle sollten finanziell die Möglichkeit erhalten, die Theater zu besuchen. Neu war, dass die Volksbühnenmitglieder einen festen Mitgliedsbei-trag zahlten. Die Karten unterschiedlicher Preiskategorien wurden verlost. Jeder hatte danach die Chance mal vorn oder hinten, mal im Parkett oder im Rang zu sitzen. Dieses Prinzip gilt in modifizierter Form immer noch. Das Auslosen übernimmt inzwischen vorwiegend der Computer. Und aus den Mitgliedsbeiträgen entstand das System der Theaterringe und der Abonnements.

Der Theaterkritiker Julius Bab bezeichnete die Gründung der Volksbühnen als das im soziologischen Sinne wichtigste Theaterereignis des 19. Jahrhunderts. Den freien Zugang der breiten Massen zum Theater und die Tatsache, dass nicht Dichter, Dramaturgen oder Schauspieler die Initiatoren waren, sondern die Zuschauer, wertete er als das Besondere: "Hier wurde zum ersten Mal Publikum organisiert, und zwar ein ganz neues Publikum, das sich in voraussetzungsloser Bereitschaft den Wundern des Theaters überlassen wollte." Heute würde man sagen: Mit der Volksbühnenbewegung ist eine große Bürgerinitiative für das Theater entstanden.

Nach der Berliner Initialzündung entstanden überall in den Großstädten Volksbühnen. Nach Altona (Hamburg) war Kiel die dritte Gründung. Heute gibt es noch rund 65 aktive Volksbühnenvereine. In Hamburg und Schleswig-Holstein haben die Volksbühnen rund 30.000 aktive Mitglieder.

Doch zurück zu den Anfängen in Kiel. In der kleinen Universitätsstadt herrschte Ende des 19. Jahrhunderts eine pulsierende Aufbaustimmung. Die Stadt wuchs innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Großstadt mit über 200.000 Einwohnern heran. Ein konservatives Weltbild bestimmte das gesellschaftliche Klima. Auf der anderen Seiten entdeckten selbstbewusste Werftarbeiter und einfache Soldaten ihre Stärken und forderten ihren Anteil am kulturellen und politischen Leben. Mit dem Matrosenaufstand 1918 verhinderten sie sinnloses Blutvergießen im verlo-renen 1. Weltkrieg und gaben zugleich das Signal zum Sturz des Kaiserreichs.

Der Dichter Carl Zuckmayer arbeitete in jungen Jahren als Dramaturg am Kieler Theater. Er sorgte mit einer Gruppe von "Theater-Revolutionären" für Furore und zuletzt für einen handfesten Skandal, der ihm und seinen Mitstreitern die sofortige Entlassung bescherte. In seinen Erinnerungen "Als wär's ein Stück von mir" schrieb Zuckmayer: "Von Kiel aus wollten wir das Theater, vom Theater her die Welt erneuern .... Kiel war für ein solches Unterfangen der denkbar schlechteste Boden. Es war die Stadt der glanzvollen kaiserlichen Regatten, die Hochburg der Kriegsmarine, deren revolutionäre Matrosen es dort längst nicht mehr gab, sondern nur noch ihre verbittert zurückgebliebenen, pensionierten Vorgesetzten. Der Skagerrak-Bund ehemaliger See-Offiziere und ein bis in den Dickdarm konservatives, geistig verstopftes Handelsbürgertum bestimmten den Ton und die Denkart ..."

Im Colosseum schlug am 17. Mai 1894 die Geburtsstunde der ersten Kieler Volksbühne. Otto Meyer war der Gründungsvorsitzende. In der Satzung hieß es: "Der Verein bezweckt, seinen Mitgliedern erhebende und befreiende Kunstwerke aller Gattungen, insbesondere Theatervorstellungen, Dichtungen und Musikwerke vorzuführen und die selben durch Vorträge und Aufsätze zu erläutern."

Ein Rezitationsabend mit Szenen aus Hauptmanns "Die Weber" eröffnete die künstlerische Arbeit. Mit dem damals noch privaten Stadttheater in der Schuhmacherstraße war eine Zusammenarbeit unmöglich. So wich die Volksbühne mit eigens engagierten Schauspielern und Regisseuren in den Wirtshaus-Saal aus.

Die Volksbühne wurde argwöhnisch von den Behörden beobachtet, ja man behauptete tatsächlich, der Verein sei eine gefährliche, umsturzfördernde Einrichtung. In einem Brief warnte der damalige Bürgermeister Lorey vor einer Zusammenarbeit mit der Volksbühne oder wie er es formulierte, "vor einem Techtelmechtel mit den gefährlichen Brüdern".

Die Volksbühne nahm diese und andere Schikanen zum Anlass, über das eigene Selbstverständnis nachzudenken. Bereits im Juli 1894 machte sie deutlich, dass sie allen Kreisen der Bevölkerung zugänglich sein will. Klassenkämpferische und parteipolitische Auseinandersetzungen wurden zurückgestellt.

Das alles half nichts. Die Obrigkeit war weiterhin der Meinung, dass die Volksbühne eine gefährliche Institution sei. Die Zensur übte Druck aus. Dem Colosseums-Wirt wurde der Verlust von lukrativen Aufträgen angedroht, wenn er seinen Saal weiterhin der Volksbühne überlasse. Am 24. Oktober 1898 kam das Aus: Die Generalversammlung sah sich gezwungen, die Tätigkeit einzustellen.

Die Idee aber, der Arbeiterschaft die Theater zu öffnen, blieb unverändert bestehen. 1901 beispielsweise zeigte der "SPD-Verein für Werftarbeiter" in Wriedt's Etablissement (heute Schauspielhaus) erneut Hauptmanns "Weber". Bis zur Gründung der zweiten "Freien Kieler Volksbühne" dauerte es bis 1920.

1907 baute die Stadt das Theater am Kleinen Kiel, das heutige Opernhaus. Gemeinsam mit dem Haus in der Holtenauer Straße wurden daraus die Vereinigten Kieler Theater, die die Stadt zunächst verpachteten. 1919 übernahm Dr. Max Alberty die Leitung der Bühne. Er war ein glühender Verfechter des Theaters als künstlerische und moralische Anstalt, setzte auf weitgehende Mitwirkung aller Theaterbeschäftigten und verlangte ein durch Kommunalisierung oder Verstaatlichung unabhängiges Theater, damit nicht "der Geldsack triumphiert". Um aber eine berechenbare wirtschaftliche Basis sicherzustellen, setzte er auf Besucherorganisationen, die "volle Häuser und damit finanzielle Unabhängigkeit" garantieren.

Die Stadt war zunächst zurückhaltend, stimmte dann aber doch einer Übernahme der Theater in städtischer Regie zu. Alberty hatte sogar einen Teil seines Vermögens als Kaution hinterlegt, um seine Reformen durchsetzen zu können. Der Intendant selbst war einer der wichtigsten Wegbereiter für die Gründung der zweiten Kieler Volksbühne, die am 16. Juni 1920 vollzogen wurde. Die Mitgliedschaft blieb zunächst als "geistiges Zentrum aller künstlerischen Interessen" der organisierten Arbeiterschaft vorbehalten. Der Mitgliedsbeitrag betrug 10 Mark, durfte in Raten bezahlt werden, beinhaltete monatlich eine Vorstellung im Schauspielhaus und eine im Stadttheater und berechtigte zum unentgeltlichen Besuch aller sonstigen künstlerischen Veranstaltungen. Vorsitzender wurde Edmund Söhnker, der Vater des Filmstars Hans Söhnker. Er blieb bis 1926.

Sönker war auch Prokurist der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung (die noch bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts existierte) und schrieb über die Eröffnungsinszenierung: "Kann es für eine Bühne eine größere Feier geben, als eine Aufführung von Gerhart Hauptmanns "Weber"? Schaurige Wahrheit spiegelt sie wider. Lasst uns Erbauung schöpfen aus seinem Werke, aber auch neue Kraft für den Kampf gegen Unterdrückung und Unkultur!"

Die zweite Volksbühne entfaltete in der Weimarer Republik ein überaus reges Vereinsleben. Gegenüber anderen Besucherorganisationen konnte sie sich wirtschaftlich durch das bis heute einmalige Lossystem bei der Verteilung der Karten behaupten. Bereits damals wurde die Volksbühne öffentlich durch den vergünstigten Einkauf von Theaterkarten unterstützt. Voraussetzung war aber - so hieß es in dem Protokoll der städtischen Theaterkommission vom 26. April 1929 - dass die Besucherorganisationen "eine Art Kartenverkauf wählen, der nicht zur Konkurrenz der Theaterabonnements führt. Am sympathischsten sei das von der Volksbühne gewählte Lossystem".

Mit Vehemenz setzte sich die Volksbühne 1930 für den Erhalt des in seinem Bestand "aufs ernsteste gefährdete" Stadttheaters ein. Sie beließ es aber nicht nur bei dem Appell, sondern nahm sich in die Pflicht, die Zahl der Theaterbesucher deutlich zu erhöhen. Bereits ein Jahr später hatte sich die Mitgliederzahl dank des großen Werbeaufwands verdoppelt.

Das Erstarken der Nationalsozialisten machte die Arbeit der Volksbühne Anfang der dreißiger Jahre immer schwieriger. Mit Beschluss der Mitgliederversammlung vom 1. Juli 1933 löste sich die zweite Kieler Volksbühne selbst auf. Sie entging damit der am 9. November 1933 verfügten Gleichschaltung mit der "Deutschen Bühne", die als einzige Besucherorganisation von den Nazis anerkannt wurde.

Kiel lag in Ruinen, als die Stadt bereits im Spätsommer 1945 den Wiederaufbau des Hauses in der Holtenauer Straße in Angriff nahm. Eröffnet wurde es 1945 mit Mozarts "Figaro". Gespielt wurde in dieser theaterhungrigen Zeit auch im Haus am Wilhelmplatz (heute Niederdeutsche Bühne) und im Saal der Reichshalle. Das Interesse am Theater war so groß, dass die Stadt sich 1950 entschloss, das Stadttheater (heute Opernhaus) wieder aufzubauen.

Zur offiziellen Neugründung der Volksbühne kam es am 6. Dezember 1949 unter Vorsitz von Max Wittmaack. Die Satzung von 1952 schrieb endgültig fest, dass die Volksbühne "in erster Linie das Theater allen Kreisen der Bevölkerung zugänglich machen und außerdem gute Konzerte und andere Veranstaltungen zu volkstümlichen Preisen anbieten" soll. Die Mitgliederzahl erreichte in den fünfziger Jahren in Kiel fast 4.000.

Anfang der sechziger Jahre machte das Fernsehen den Theatern zunehmend zu schaffen. Leere Häuser und sinkende Mitgliedszahlen bei den Besucherorganisationen gingen an die Substanz. Die Volksbühne reagierte unter ihrem seit 1958 tätigen Vorsitzenden Hans Jeske mit den, was man heute Diversifikation nennen würde: Mehr Ringe, mehr Angebote, Vorträge, Begleitveranstaltungen, Theater für Senioren und nicht zuletzt die Organisation von Vorstellungen für Unternehmen, Betriebe und später auch Vereine. Diese Vielfalt hat bis heute Bestand.

Inhaltlich setzte die Volksbühne auf engagiertes, zeitgenössisches Theater. Ein Höhepunkt war 1964 das Gastspiel der Berliner Freien Volksbühne mit Rolf Hochhuths gesellschaftskritischem Drama "Der Stellvertreter", das sich mit der Rolle der katholischen Kirche im Dritten Reich beschäftigt. Erwin Piscator setzte mit seiner Inszenierung Maßstäbe. Den Pater Riccardo spielte der junge Günther Tabor. Er war später von 1980 bis 1985 Schauspieldirektor in Kiel und wagte eine Neuinszenierung, die großen Zuspruch fand.

Seit 1966 nutzt die Volkbühne die Kooperation mit dem Verein der Musikfreunde und bietet einen sonntäglichen Konzert-Ring mit den Kieler Philharmonikern an. Hinzugekommen sind Mozart-Konzerte, musikalische Matineen und viele andere Veranstaltungen rund ums Theater- und Konzertleben. Dabei hat sich die gute Zusammenarbeit mit dem Verein der Musikfreunde (VdM), der Gesellschaft der Freunde des Theaters und dem Verein Theatermuseum Kiel bewährt, die sich heute gemeinsam als Lobby für Kultur in Kiel verstehen.

Höhepunkt und "Markenzeichen" der Volksbühne ist seit Jahrzehnten die Volksbühnen-Gala, mit der die Spielzeit jedes Jahr inoffiziell eröffnet wird. Ihre Geburtsstunde schlug 1960 mit den Einführungsabenden im Gewerkschaftshaus mit einem Querschnitt aus dem Programm von Oper, Operette, Ballett und Schauspiel. Heute gibt es die Gala gleich zweimal: Die Volksbühnen-Gala in der Oper zur Eröffnung der Spielzeit und die Schauspielgala im Schauspielhaus in der Mitte der Spielzeit.

Runde Jubiläumsjahre wurden in der Volksbühne immer gern gefeiert. Zum zehnjährigen Bestehen der dritten Volksbühne 1959 stand Hauptmanns "Fuhrmann Henschel" auf dem Programm. Mit Gästen aus ganz Deutschland erinnerte zehn Jahre später die Volksbühne an ihre 75-jährige Geschichte. Im Schauspiel waren die "Weber" zu sehen; die Oper gab "Fidelio".

1984 hat Marlis Jeske die Geschichte des Vereins wissenschaftlich aufgearbeitet und unter dem Titel "90 Jahre Kieler Volksbühne" in den renommierten Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte veröffentlicht. 1994 blickte man, damals war die jetzige Geschäftsführerin Uschi Schuckenböhmer Vorsitzende, auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurück und machte sich und dem Stadtmuseum ein Geschenk mit der Aufarbeitung des Fotoarchivs der legendären Kieler Theaterfoto-grafen Erika und Roland Haendler-Krah, das 50 Jahre Kieler Theaterleben dokumentiert. Es wird zur Ausstattung eines geplanten Theatermuseums gehören. Ein engagierter Bürgerverein leistet Lobbyarbeit für dieses ehrgeizige Projekt. Die Volksbühne ist als ideeller Förderer dabei.

"110 Jahre Kunstgenuss für die kleinen Leute" titelten die Kieler Nachrichten im Jubiläumsjahr 2004. Die Volksbühne präsentiert sich im neuen Jahrtausend engagiert und zukunftsgewandt. Gerd Müller, seit 1994 Vorsitzender, hat gemeinsam mit dem Vorstand, die "alte Tante" Volksbühne, die immer noch ein gemeinnütziger Verein ist, zu einer modernen und leistungsfähigen Service-Agentur umgestaltet. Monatlich informiert das von der Kieler Volksbühne herausgegebene Mitgliedermagazin inkultur über die Theaterangebote in Kiel und Hamburg.

Mit der großen Hamburger Volksbühne hat Kiel eine strategische Partnerschaft geknüpft. Schöner Vorteil für die Kieler: Sie können jetzt auch aus dem breiten Angebot der Hamburger Bühnen auswählen. Und auch die Hamburger gehen immer öfter in Kiel ins Theater und Konzert.

Aus den "gefährlichen Brüdern" von damals sind heute gerngesehene Freunde der Theater geworden. Für die Stadt Kiel hat sich die Volksbühne "zu einem festen und unverzichtbaren Träger kultureller Arbeit" entwickelt und das Land Schleswig-Holstein bescheinigte ihr die Qualität eines erfolgreichen "Netzwerkers in Sachen Kultur".

Gerd Müller, der auch Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein ist und vier Jahre von 2004 bis 2008 Vorsitzender des Vorstands der Hamburger Volksbühne war, zog Bilanz: "Theater für alle bleibt das Motto der Volksbühne, angepasst an ein neues Freizeitverhalten und sich verändernde gesellschaftliche und wirtschaftliche Realitäten. Als theaterpolitische Stimme hat die Volksbühne Gewicht."

Mit einer eindringlichen Forderung, die vielschichtige Theaterlandschaft in Deutschland zu fördern, hat die Volksbühne bereits 2004 Stellung genommen: "Wie in anderen Bereichen auch, ist es notwendig, den Kulturschaffenden ihre Basis zu erhalten. Dazu tragen alle Volksbühnen bei. Mit ihren garantierten Karten-Abnahmen schaffen sie eine solide finanzielle Basis. Mit der Volksbühne können die Theater rechnen. Im wahrsten Sinne des Wortes."

Diese Forderung ist heute immer noch aktuell. Dabei muss klar sein: Wer Bildung großschreibt, darf die Kultur nicht vernachlässigen. "Kultur und Bildung sind zwei Seiten einer unverzichtbaren Medaille," sagt Gerd Müller. Erfreulicherweise stützt die Landeshauptstadt Kiel ihr Fünf-Sparten-Theater finanziell und ideell so, dass eine gedeihliche und erfolgreiche Theaterarbeit möglich ist. Auch das Land hat sich unter der neuen Kultusministerin Anke Spoorendonk und Ministerpräsident Torsten Albig zur Finanzierung der öffentlichen Theater in Schleswig-Holstein bekannt.